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Junge Gruppe unterwegs bei den Polizeien in Europa: Seminar in Prag

Im September trafen sich Mitglieder der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei/ Bezirk Bundespolizei sowie der Landesbezirke Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern in der Hauptstadt der Tschechischen Republik. Das Motto dieses Seminars war „Gemeinsame Aufgaben, gemeinsame Lösungen“. Im Vordergrund standen die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und die aktuell deutsche Flüchtlingspolitik und die Auswirkungen auf die nationale und […]

JG Europa_2_bearbIm September trafen sich Mitglieder der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei/ Bezirk Bundespolizei sowie der Landesbezirke Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern in der Hauptstadt der Tschechischen Republik.

Das Motto dieses Seminars war „Gemeinsame Aufgaben, gemeinsame Lösungen“. Im Vordergrund standen die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und die aktuell deutsche Flüchtlingspolitik und die Auswirkungen auf die nationale und internationale Politik und somit auf die tägliche Polizeiarbeit.
Zu Beginn des Seminars hat sich die Gruppe kennengelernt und mit den Gepflogenheiten des Gastlandes vertraut gemacht. Im Anschluss wurde im Rahmen eines Vortrages mit anschießenden Gruppengespräch auf die organisierte Taschendiebstahlskriminalität hingewiesen. Es wurde ein Überblick vermittelt wie die Täterstrukturen sind und wie die Täter vorgehen.

Am zweiten Tag lud uns die tschechische Polizeigewerkschaft NOSP in das Polizeimuseum in Prag ein. Hier war die Geschichte der tschechischen Polizei von der Gründung, den Anfängen über die Zeit des Sozialismus bis in die heutige Zeit eindrucksvoll dargestellt. Das Museum bot auch eine Auswahl an den herausragenden Kriminalfällen der tschechischen Polizeigeschichte. Bemerkenswert war, dass Originalasservate zu sehen waren und eine Beschreibung in deutscher Sprache verfügbar war.

Am Nachmittag hatte wir die Möglichkeit die deutsche Botschaft in Prag zu besuchen. Nach einem Rundgang durch den wunderschönen Botschaftspark erhielten wir einen Einblick in die Geschichte des Hauses durch die Mitarbeiterin des GVB. Im Anschluss durften wir uns einen Dokumentarfilm zu den Geschehnissen von 1989 in der deutschen Botschaft anschauen. Dieser Film zeigte eindrucksvoll die Beweggründe der flüchtenden DDR-Bürger die Zustände in der deutschen Botschaft und dann auch die Freude und Hoffnung nach der Bekanntgabe der bevorstehenden genehmigten Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. In anschließenden Gesprächen konnten ansatzweise Parallelen zur heutigen Flüchtlingskrise gezogen werden. Auch die Auswertung am Abend zeigte, dass wir alle von dem Besuch in der Botschaft beeindruckt waren.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der tschechischen Polizeiarbeit. Durch die tschechische Polizeigewerkschaft NOSP wurde uns ein Besuch in der Einsatzzentrale der Stadtpolizei Prag ermöglicht. Hier haben wir sehen können, dass auch in Prag eine flächendeckende Kameraüberwachung so wie in anderen europäischen Hauptstädten durchgeführt wird. Die Besonderheit ist, dass nicht die tschechische Polizei die Bilder aufzeichnet, sondern die Verwaltung der Stadt Prag dafür zuständig ist. Die Stadtpolizei darf diese Bilder zur Prävention und Kräftesteuerung nutzen. Hier wurde besonders der Nutzen im Bereich des Kräftemanagements herausgestellt. Aber auch die Strafverfolgung wird erleichtert. Die Aufzeichnungen dürfen im Anschluss auch als Beweis in einem Strafverfahren z.B. Taschendiebstahl verwandt werden. Gerade aus Sicht der Polizei eine sichere Beweisführung. Darüber hinaus wurde uns ein Einblick in die tägliche Arbeit sowie die Bewältigung von besonderen Einsatzanlässen durch die tschechische Polizei gewährt.

Am Donnerstag haben sich Mitglieder der tschechischen Polizeigewerkschaft NOSP sich Zeit für eine ausgiebige Diskussion mit uns genommen. Die Themen waren sehr vielfältig. Vom Aufbau der Gewerkschaft über die eigentliche Gewerkschaftsarbeit und Mitgliederpflege bis hin zu den Gefahren der täglichen Polizeiarbeit wurde ausgiebig gesprochen. Auch die aktuelle Flüchtlingspolitik der Europäischen Union wurde angesprochen. Hier zeigten sich die unterschiedlichen Meinungen und auch ein bisschen die Ängste, die die aktuelle Flüchtlingswelle mit sich bringt. Aus unserer Sicht war es eine sehr positive und erfrischende Diskussion und wir hatten den Eindruck gewonnen, dass alle Teilnehmer daran Spaß hatten. Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit eine Stadtführung der besonderen Art zu bekommen. Unser Stadtführer Herr Melichar vom Institute for Public Administration konnte bei dem Rundgang durch die Prager Neustadt die Geschichte Prags sehr interessant und fesselnd erzählen. Jeder Teilnehmer hörte gebannt zu, bekam jede Frage umfassend beantwortet so das die drei Stunden wie im Fluge vergangen sind. Wir waren uns alle einig, dass man selten in den Genuss einer solchen Stadtführung kommt.
Am letzten Tag widmeten wir uns wieder der eigentlichen deutschen Gewerkschaftsarbeit und der Auswertung des Seminars. Nach Rückkopplung der Teilnehmer sollte die Öffentlichkeitsarbeit für die Europaseminare optimiert werden. Gerade von den Kollegen der Landespolizei wurde angeregt, die Ankündigung eines solchen Seminars auf den öffentlichen Bereich der Homepage der Gewerkschaft der Polizei/ Bezirk Bundespolizei zu setzten. Denn auch die weiteren Informationswege über den Bund funktionieren nicht immer optimal. Ansonsten waren alle Teilnehmer von dem Seminar vollkommen begeistert und hoffen, dass es auch im nächsten Jahr ein neues Europaseminar geben wird. Nach Meinung aller Teilnehmer hat sich der Bezirk Bundespolizei als kompetenter Ausrichter einer solchen Seminarreihe bewährt.

Die Teamer möchten sich bei der guten Arbeit der Geschäftsstelle bedanken, ohne die dieses Seminar nicht umsetzbar gewesen wäre. Ebenfalls möchten wir uns bei der tschechischen Polizeigewerkschaft NOSP und hier besonders bei ihrem Vorsitzenden Herrn Stepanek bedanken. Ohne sein persönlichen Einsatz wäre das Seminar nicht in dieser Form durchführbar gewesen.
Auch die Teilnehmer waren super! Es hat sehr viel Spaß gemacht!
Und last but not least: Einen herzlichen Dank an die Teamer Andreas Franzke und Nils-Torben Zimmermann für Ihr großes ehrenamtliches Engagement.

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