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Auslandseinsätze erfordern zusätzliches Personal bei der Polizei

Hilden.

"Die Nachfrage nach deutschen Polizisten im Ausland ist einerseits ein beachtenswerte Anerkennung für die Leistungsfähigkeit der deutschen Polizei und den hohen Qualitätsstandard, andererseits darf dieses aber nicht zu weiteren Personalengpässen hierzulande führen," sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, zu den jüngsten Wünschen der afghanischen Übergangsregierung nach tatkräftiger Aufbauhilfe der dortigen Polizei durch deutsche Polizeibeamte.

Der GdP-Vorsitzende mahnte, nicht die Konsequenzen zu vergessen: "Auf dem Balkan sind bereits über 600 Polizeikräfte von Bund und Ländern im Dauereinsatz. Konkret bedeutet das, dass ein Mehrfaches dieser Zahl wegen der notwendigen Ablösungen sowie Urlaub und Krankheit in Ansatz gebracht werden muss." Hinzu käme der Aufbau der EU-Polizeitruppe zur zivilen Krisenbewältigung, für die Deutschland nach derzeitigen Plänen wiederum mehrere Hundert Polizeikräfte zur Verfügung stellen muss.

"So sehr uns die Anerkennung freut, die in der steigenden Nachfrage aus dem Ausland zum Ausdruck kommt, so sehr müssen wir darauf hinweisen, dass unsere Aufgaben hierzulande die Bewältigung von Auslandseinsätzen immer schwieriger machen," erklärte Freiberg. "Die GdP steht zu den außenpolitischen Verpflichtungen Deutschlands, fordert aber genau deswegen Bund und Länder auf, das notwendige Personal bereit zu stellen, damit Auslandseinsätze der Polizei auch in Zukunft erfüllt werden können."