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Vorgestellt: GdP-Kollegin Bibiana Steinhaus

First Lady mit Pfiff

Bibiana Steinhaus, Schiedsrichterin
Berlin.

Polizeikommissarin Bibiana Steinhaus (28) schreibt Geschichte: Für die einen ist sie „Blondes Gift mit Pfiff“(www.stern.de), für die anderen dagegen die „First Lady der deutschen Schiedsrichter" (.de.fifa.com/); genau, wir reden über Fußball und unsere niedersächsische GdP-Kollegin sorgt ab der Saison 2007 als erste Frau bei den Profis der 2. Bundesliga für Recht und Ordnung. Sorge, dass sie sich bei den Spielern der zweithöchsten Fußball-Liga Deutschlands nicht durchsetzen kann, hat sie nicht, denn als „kleines Mädchen“ wird wohl kein Spieler die 1,81 cm große Polizeikommissarin bezeichnen. Heute feiert Sie nun ihr Profiliga-Debüt als "Vierte Offizielle" beim Bundesliga-Spiel Borussia Dortmund gegen Werder Bremen.

 
gdp.de: Als Schiedsrichterin sind Sie in der letzten Zeit von der Medienöffentlichkeit ausführlich vorgestellt worden, doch hauptberuflich sind Sie Polizistin. Wie sieht Ihr polizeilicher Alltag aus?

Bibiana Steinhaus: Ich bin in der I. Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA) in Hannover tätig. Grundsätzlich bin ich dort als Gruppenführerin in der 2. Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH) eingesetzt. Seit einigen Monaten allerdings bekleide ich temporär den Posten der Sachbearbeiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das ist eine sehr spannende und vielfältige Funktion. Unter anderem zählt zu meinen Aufgaben die Vorbereitung und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen, die redaktionelle Betreuung von Printmedien sowie die Führungsassistenz der Abteilungsführung in Großeinsätzen.

gdp.de: Der Öffentlichkeit bekannt geworden sind Sie aber weniger als Polizistin, sondern durch Ihre Berufung in den DFB-Schiedsrichterkader für den Profifußball.

Steinhaus: Sehr viele Polizisten fungieren in ihrer Freizeit als Schiedsrichter. Auch Michael Weiner, Guido Winkmann oder Tobias Welz, allesamt Schiedsrichter der Bundesliga und der 2. Bundesliga sind Polizeibeamte.
 


Foto: Jörg Reurer
 
 
GdP mit Plakataktion "Gegen Gewalt und Rassismus"

Wer Leben und Gesundheit von Ausländern bedroht, bekommt es mit der Polizei zu tun. Gemeinsam mit dem Fußballnationalspieler Gerald Asamoah und der Fifa Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zur Fußballweltmeisterschaft eine Plakat- und Postkartenaktion gestartet, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass richtete.
 
gdp.de: Wie hat sich Ihre Schiedsrichterkarriere entwickelt?

Steinhaus: Nach anfänglichen, recht erfolglosen Versuchen Fußball zu spielen, habe ich mich 1995 der Schiedsrichterei zugewandt. Zuerst im Kreis, später habe ich mich auf Bezirksebene in diversen Schiedsrichterfortbildungen und –Lehrgängen kontinuierlich weitergebildet. Auch für einen erfahrenen Referee sind solche Maßnahmen als Grundlage guter Schiedsrichterei übrigens unerlässlich.

gdp.de: ….und richtig durchgestartet sind Sie ….

Steinhaus: 1999, ich leitete Spiele der Frauen- Bundesliga, 2005 wurde ich FIFA-Schiedsrichterin. Im Herrenbereich pfiff ich seit 2001 Spiele der Regionalliga Nord. Von 2003 bis 2007 stand ich in der 2. Bundesliga als Assistentin an der Seitenlinie. Na ja und jetzt wird mir die große Ehre zuteil, auch dort Spiele leiten zu dürfen.

gdp.de: Wie lässt sich eigentlich die zeitintensive Tätigkeit als Schiedsrichterin mit Ihrem Dienst vereinbaren?

Steinhaus: Neben den Spielen sind es vor allem das Training und die Fortbildung, die einen großen Zeitrahmen in Anspruch nehmen. Ohne Rückendeckung und Verständnis der Dienststellenleitung und auch der Kollegen ist ein solch zeitintensives Hobby kaum möglich. Meine Kollegen ermöglichen mir eine recht flexible Dienstplangestaltung. Dafür an dieser Stelle nochmals vielen Dank! Im Gegenzug heißt es dann natürlich für mich Dienste an Feiertagen wie Weihnachten, Silvester oder Ostern zu übernehmen.

gdp.de: Für Fußball-Interessierte ist die diesjährige Konstellation der 2. Bundesliga fast interessanter als die der Bundesliga. Mit Köln, Kaiserlautern, Mönchengladbach, Freiburg, 1860 München und Mainz streben bekannte Teams den Aufstieg an. Gäbe es eine Begegnung, die sie besonders gerne leiten würden?

Steinhaus: Die 2. Bundesliga verspricht in diesem Jahr viel Spannung und Dramatik. Es wird sicherlich herausragende Partien geben, zumal viele Spielorte der 2. Bundesliga denen der Bundesliga kaum nachstehen. In einigen beeindruckenden Stadien habe ich bereits als Schiedsrichterassistentin großartige Atmosphäre erleben dürfen. Welche Einsätze mich im Laufe der Saison erwarten werden, weiß ich momentan noch nicht. Ich freue mich jedenfalls auf die Spiele und jede weitere Erfahrung, die ich sammeln darf.