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GdP zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2011:

Potenzial zur Bekämpfung der Kriminalität ist ausgeschöpft

Berlin.

„Der leichte Rückgang der Gewaltkriminalität darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sich immer noch auf einem viel zu hohen Niveau bewegt. Die Hemmschwelle, andere Menschen schwer zu verletzen oder gar ihren Tod in Kauf zu nehmen, sinkt weiter“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, zu der heute von Bundesinnenminister Friedrich veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Witthaut: „Die jüngsten brutalen Angriffe auf Polizeibeamte und die eskalierende Gewalt bei den immer häufigeren Fußballkrawallen sprechen eine deutliche Sprache.“

Der Gewerkschaftsvorsitzende begrüßte, dass erstmals in einer Kriminalstatistik die Gewalt gegenüber Polizeibeamten umfassender dargestellt wird. Witthaut: „Wir freuen uns, dass die Forderung der Gewerkschaft der Polizei, Straftaten gegen Polizeibeamte in Ausübung ihres Dienstes in der Statistik zu beleuchten, durch Bundesinnenminister Friedrich erfüllt worden ist. Es ist ein positives Signal an die Polizeibeamtinnen und -beamten, das die Politik die Gefahren ihres täglichen Dienstes stärker ins Auge fasst.“

Die Kriminalitätsentwicklung insgesamt, so Witthaut, biete allen Anlass zur Sorge um die innere Sicherheit. Erstmals seit Jahren sei wieder ein leichter Anstieg der Kriminalität festgestellt worden. Gleichzeitig seien weniger Straftaten aufgeklärt worden. Besonders drastisch zugenommen hätten Einbruchdiebstähle um 9,3 Prozent. Die Zahl der Rauschgiftdelikte nahm ebenfalls um 2,4 Prozent zu. Witthaut: „Durch die vielen Personalkürzungen in den letzten Jahren bei der Polizei ist das Potenzial zur Kriminalitätsbekämpfung ausgeschöpft. Wir eilen wie die Feuerwehr von einem Brandort zum nächsten, das hat mit nachhaltiger Bekämpfung aller Deliktsformen nichts zu tun. Wir brauchen eine deutlich stärkere Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum, um Straftaten zu verhindern und eine deutliche Stärkung der Ermittler, um Kriminalität nicht nur zu bekämpfen, sondern auszutrocknen.“
 
 
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