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GdP fordert verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Freiberg: Großveranstaltungen lassen Nachfrage im Rotlicht-Milieu ansteigen

Vorstellung der Kampagne „abpfiff – Schluss mit Zwangsprostitution” in Berlin
Berlin.

Die in 94 Tagen beginnende Fußballweltmeisterschaft in Deutschland werde wie andere Großveranstaltungen die Nachfrage im Rotlicht-Milieu ansteigen lassen, erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg anlässlich der Vorstellung der vom Deutschen Frauenrat gestarteten Kampagne „abpfiff – Schluss mit Zwangsprostitution” am heutigen Dienstag in Berlin.

Freiberg: „Der Menschenhandel und die Zwangsprostitution haben in ihrer Skrupellosigkeit und ihrem Ertragsvolumen zum Drogenhandel aufgeschlossen.“ Als unabdingbar für eine verbesserte Bekämpfung dieser menschenverachtenden Straftaten bezeichnete er die Einführung der Kronzeugenregelung für Opferzeugen im Deliktsbereich Menschenhandel, die Einrichtung von weiteren Schwerpunktdezernaten bei den Polizeien der Länder mit angemessener personeller Ausstattung sowie eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit BKA, Bundespolizei, Zoll- und Finanzfahndung sowie eine Verstärkung der internationalen Kooperation zur Strafverfolgung und Prävention.

 

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(v. l.): Konrad Freiberg, GdP-Bundesvorsitzender, Brunhilde Raiser, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, Ulrike Helwerth, Pressereferentin des Deutschen Frauenrates, der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB) und Schirmherr der Kampagne, Dr. Theo Zwanziger, und die Generalsekretärin von amnesty international Deutschland, Barbara Lochbihler.
 
Frauen in vornehmlich osteuropäischen Ländern, so Freiberg, würde ein einträglicher Job im „reichen Westen“ als z. B. Diskothekenkraft versprochen. Noch vor der Abreise würden die Frauen durch Misshandlungen und Vergewaltigungen gefügig gemacht. Im Zielland hielten die Täter dann die Papiere ihrer Opfer unter Verschluss und trieben sie auf oft brutale Weise zur Prostitution. Allein in Europa würden so rund eine halbe Million Frauen im Netz organisierter Banden festgehalten und sexuell ausgebeutet. „Der GdP-Vorsitzende: „Nicht diese gefangenen, gefolterten und für ihre Kunden ‚zugerittenen’ Mädchen und Frauen verdienen an ihren Freiern, sondern die Zuhälter, Vermittler und Anwerber.“
 
Trotz eines leichten Rückganges im Vergleich zum Vorjahr, sei 2004 mit 370 Ermittlungsverfahren der zweithöchste Stand seit 1998 zu verzeichnen. Etwa 60 Prozent der Täter seien Ausländer. Freiberg: „Der Rückgang ist ein Erfolg der Polizei, zeigt aber nur die Spitze des Eisbergs. Da in diesem Kriminalitätsbereich fast nur durch Initiative der Ermittler Straftaten aufgedeckt werden, weil sich die Opfer kaum gegen ihre Peiniger wehren können, ist das Dunkelfeld unendlich groß.“

Große Resonanz fand die Vorstellung der Kampagne bei den Vertretern der Medien.
Fotos (2): Rüdiger Holecek
 
Termin: 4. Bundesfrauenkonferenz
Mit dem Menschenhandel beschäftigen sich die Delegierten der 4. GdP-Bundesfrauenkonferenz vom 20. bis 21. März 2006 in der Wagner-Stadt Bayreuth. Mehr Informationen zur Konferenz erhalten Sie hier.

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