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GdP zum BKA-Lagebild Organisierte Kriminalität 2006

Freiberg: Intensive Bekämpfung organisierter Schwerstkriminalität unter diesen Rahmenbedingungen nicht möglich

Berlin.

Die um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunkene Anzahl von Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität stelle keinen tatsächlichen Rückgang der organisierten Kriminalität dar, sondern könne vor allem als ein klares Zeugnis für die schlechten polizeilichen Rahmenbedingungen bei der Bekämpfung dieser Form der Schwerstkriminalität gewertet werden, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, zum jüngst vorgestellten „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität 2006“.

Die äußerst brutalen Morde von Duisburg hätten die OK, so der GdP-Vorsitzende, wieder in den Brennpunkt der Öffentlichkeit gesetzt und seien ein deutliches Signal dafür, dass die OK-Gangster Deutschland als Bühne für ihre Verbrechen keineswegs verlassen haben. Der Abbau von zehntausend Polizeivollzugsstellen in den letzten Jahren, sowie die immer noch auf Eis liegende Kronzeugenregelung und die in der Praxis kaum anwendbare akustische Wohnraumüberwachung müssten den Tätern sogar wie eine Einladung vorgekommen sein.

Freiberg: „Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität sind Kontrolldelikte. Es sind aufwändige Ermittlungen nötig, bei denen in der Regel viele Ermittler viel Zeit benötigen, um den Hintermännern dieser höchst einträglichen Verbrechen das Handwerk zu legen. Wenn nun aber nicht genügend Ermittler da sind, weil erstens radikal Personal abgebaut wurde und zweitens die OK-Bekämpfung im politischen Stellenwert keinen vorderen Rang hat, ist es kein Wunder, dass die Zahlen sinken.“

Freiberg: „Bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität könnte die Polizei aufgrund ihrer Qualifizierung, Professionalität und ihrer ungebrochenen Motivation viel mehr leisten, man muss sie dazu nur in die Lage versetzen.“

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