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GdP trifft DFB-Spitzen:

Gemeinsames Engagement gegen Gewalt intensivieren

Frankfurt/Berlin.

Die Eindämmung der Gewalt im Fußball-Geschehen stand im Mittelpunkt eines Gespräches zwischen dem Deutschen Fußballbund (DFB) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Beide Organisationen waren sich darin einig, dass das gesellschaftliche Phänomen der zunehmenden Gewaltbereitschaft, wie es auch im Fußball auftrete, nur durch ein Bündel von Maßnahmen bekämpft werden könne. Polizei und Vereine dürften mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden. Weitere gesellschaftliche Institutionen und insbesondere die Politik müssten stärker in die Verantwortung genommen werden, um die Chancen des Fußballsports für eine positive Entwicklung im Zusammenleben zu nutzen.

An dem Treffen im November in der DFB-Zentrale nahmen auf Seiten des DFB Prä-sident Dr. Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach und der Sicherheitsbeauftrage Helmut Spahn teil. Für die sowie GdP waren ihr Bundesvorsitzender Konrad Freiberg, das Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand Jörg Radek, GdP-Sekretär Andreas Nowak und Pressesprecher Rüdiger Holecek in Vorbereitung auf den von der GdP im Frühjahr geplanten Fußball-Gipfel nach Frankfurt gekommen.


Im Gespräch: (v. l.) GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg, Jörg Radek, für die Bereitschaftspolizei verantwortliches Mitglied im Geschäftsführenen GdP-Bundesvorstand, Andreas Nowak, Gewerkschaftssekretär, Wolfgang Niersbach, DFB-Generalsekretär, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Helmut Spahn, DFB-Sicherheitsbeauftragter.

Dr. Theo Zwanziger schilderte die vielfältigen Bemühungen des DFB, die Sicherheit im Fußball zu gewährleisten. So stehe der DFB im ständigen Kontakt mit Vertretern der Deutschen Bahn, der Bundes- und Landespolizei, von Fanorganisationen sowie Verantwortlichen aus den Vereinen der Bundesliga, der 2. Bundesliga sowie der 3. Liga und Regionalligen.



Fußball hat hohe Integrationskraft: v. l.) Wolfgang Niersbach, DFB-Generalsekretär, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Helmut Spahn, DFB-Sicherheitsbeauftragter.

Der Fußball, so Dr. Zwanziger, könne als integrative Kraft quer durch alle Gesellschaftsschichten und Bevölkerungsgruppen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Daher seien alle Beteiligten gefordert, ihren Beitrag am „Nationalen Konzept für Sport und Sicherheit“ zu leisten. Insbesondere der Bau neuer Sportstätten sowie der Ausbau bestehender Anlagen sei die Basis für die Vereine, die notwendigen Sicherheitsstandards zu erfüllen.

GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg äußerte seine Sorge über die Verschiebung des Gewaltgeschehens in die klassentieferen Ligen. Auch fänden die Auseinandersetzungen inzwischen oft weitab vom eigentlichen Spielort statt. Das erhöhe den Personalaufwand der Polizei erheblich. Die länderübergreifenden Unterstützungseinsätze anläßlich Fußball-Begegnungen seien von 13 im Jahr 2005 auf 40 im Jahr 2008 gestiegen.

Jörg Radek sprach sich für eine bessere Kooperation mit den Verkehrsträgern, vor allem mit der Deutschen Bahn aus. Besonders auf den Reisewegen von und zu den Spielen hätten die begleitenden Polizeieinheiten Probleme mit alkoholisierten und randalierenden Fußball-Anhängern sowie mit Reisewegsüberschneidungen von Fans.



GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg mit dem begehrtesten Pokal der Welt.
Fotos (3): Rüdiger Holecek