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Dr. Wolfgang Schäuble: GdP-Engagement unterstreicht Aktualität des Themas "Einsatzbelastung und Gewalt im Fußballgeschehen"

Fußballgipfel: Bundesinnenminister will "konstruktiven" GdP-Vorschlag aufgreifen

Berlin.

"Das große Engagement der Gewerkschaft der Polizei als größte Berufsvertretung der Polizeibeamtinnen und -beamten in unserem Lande zur Thematik 'Einsatzbelastung und Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen' unterstreicht die Aktualität des Themas", schrieb Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble der GdP. Im Anschluss an das viel beachtete GdP-Symposium "Fußball und Gewalt", Mitte Mai im Berliner Olympiastadion, hatte GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg den Bundesinnenminister dringend gebeten, alle, die gesellschaftspolitisch, politisch und im Sport Verantwortung tragenden Organisationen und Verbände an einen Tisch zu bringen. Die GdP-Idee eines "Fußballgipfels" bezeichnete Dr. Schäuble als "konstruktiv".

Diesen Vorschlag, so Dr. Schäuble, werde er aufgreifen, wenn "wir dann auch über die Analyse und Bestandsaufnahme mit konkret erarbeiteten Vorschlägen des Bundes und der Länder aufwarten können".

Aktuell, so der Bundesinnenminister, habe sich die Ständige Konferenz der Innenminister und -Senatioren dieser Thematik angenommen.

Download: Brief des Bundesministers des Innern, Dr. Wolfgang Schäuble, vom 14. Juli 2009

Das Schreiben der Gewerkschaft der Polizei an den Bundesminister des Innern, Dr. Wolfgang Schäuble im Wortlaut:

Berlin, 15. Juni 2009,

Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble, .....die Gewerkschaft der Polizei beobachtet in den letzten Jahren eine Entwicklung, die großen Anlass zur Sorge bereitet: immer häufiger werden anlässlich von Fußballspielen Großaufgebote von Polizistinnen und Polizisten erforderlich, um die Sicherheit der Spielbesucher zu gewährleisten. Dies bezieht sich sowohl auf die An- und Abreise als auch auf das Geschehen in den Stadien. Allein bei den Spielen der Vereine der ersten beiden Ligen – in der Liga und im DFB-Pokal – fielen ca. 1,4 Millionen Arbeitsstunden an.

Da sich gewalttätige Auseinandersetzungen aber mittlerweile auch anlässlich von Spielen der unteren Ligen abspielen, hat die tatsächliche Einsatzbelastung allein quantitativ ein kaum noch leistbares Maß erreicht. Es vergeht kein Wochenende mehr, an dem keine Fußballeinsätze anstehen – dieselben Kolleginnen und Kollegen sind aber auch beim Demonstrations- und Versammlungsgeschehen wie bei anderen Großeinsätzen gefragt.

Auch die Qualität der Einsätze ist eine andere geworden. 932 verletzte Personen stehen bei den Spielen bis einschließlich der Oberliga zu Buche – darunter 187 Polizeibeamte.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble bei einem Besuch in der Berliner GdP-Bundesgeschäftsstelle. Rechts: GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg. (Foto: Holecek)
Natürlich kann die Polizei die Gewalt anlässlich von Fußballspielen nicht allein in den Griff bekommen. Daher hat die GdP einen Versuch unternommen, alle beteiligten Verantwortungsträger an einen Tisch zu bringen, um Lösungsmöglichkeiten – sowohl für die Gewaltbekämpfung und –verhinderung als auch die Belastungssituation der Polizei – zu entwickeln.

Leider ist es uns nicht gelungen, die Probleme auf dieser Veranstaltung auch mit den Fußballverantwortlichen zu diskutieren. Gleichwohl halten wir diesen Diskurs für unabdingbar, da ohne den DFB und die DFL keine zukunftsträchtige Lösung denkbar ist. Aus unserer Sicht ist daher ein Fußballgipfel dringend erforderlich , der alle, die gesellschaftspolitisch, politisch und im Sport Verantwortung tragen an einen Tisch bringt, um zu

ermöglichen, dass auch zukünftig Fußballspiele als schönste Nebensache der Welt in Sicherheit stattfinden können und der Fußball so seine integrative und verbindende Kraft entfalten kann. Vielleicht könnten Sie als für Inneres und Sport zuständiger Bundesminister zu einem solchen Fußballgipfel einladen.

Die GdP hat – nicht zuletzt als Ausfluss eines Symposiums am 14./15. Mai 2009 in Berlin einen Vorschlags- und Forderungskatalog entwickelt, der es aus unserer Sicht ermöglicht, Gewalt besser zu verhindern und die Polizei in die Lage zu versetzen, auch in Zukunft alle ihre Aufgaben – auch die Begleitung von Fußballspielen – angemessen zu erfüllen. Nachfolgend übermitteln wir Ihnen das Positionspapier der Gewerkschaft der Polizei, dass wir mit Hilfe vieler praxiserprobter Kollegen erstellt haben und über das wir mit Ihnen in eine Diskussion eintreten möchten – gerne auch in einem persönlichen Gespräch.

Zur Berichterstattung über das GdP-Symposium "Fußball und Gewalt"

Gewalt und Randale in Zusammenhang mit Fußballspielen nehmen zu - die Belastung der eingesetzten Kräfte ebenso. Fotos (3): Jürgen Herdes