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Trinkwasseruntersuchung in der Friesenstraße – Grenzwerte um Vielfaches überschritten

GdP Berlin fordert Transparenz beim Umgang mit möglichen Gesundheitsgefahren

Berlin.

Seit Jahren bereits klagen Kolleginnen und Kollegen auf unterschiedlichsten Dienststellen über verunreinigtes Wasser, das aus den Leitungen einzelner Dienstgebäude kommt. Auf gemeldete Vorfälle reagierten die Behördenleitung und die zuständige Berliner Immobiliengesellschaft (BIM) mit Untersuchungen, deren detaillierte Ergebnisse den Personalvertretungen zumeist vorenthalten wurden. Nach einem erneuten Vorfall bei einer Arbeitsplatzbegehung im Haus 32 in der Friesenstraße durch den Personalrat der Direktion Einsatz sah sich dieser gezwungen, ein Gutachten in Auftrag zu geben – Die Ergebnisse sind erschreckend.

Rotbraunes Wasser aus jedem Wasserhahn

Bereits am 11. Oktober wurden bei einer gemeinsamen Begehung mit der externen Fa. Thurm Sicherheitstechnik nicht nur ein baulich schlechter Zustand, sondern auch die Wasserqualität in Küchen und Sanitärtrakten thematisiert und dokumentiert. Weil die ansonsten weißen Fugen der Fliesen im Duschbereich rotbräunlich verfärbt waren, schaute sich der Personalrat zwei Tage später das Wasser genauer an. Dieses war bei Benutzung aller Wasserhähne ebenfalls rotbräunlich verfärbt, was sich auch durch längeren Fließvorgang nicht besserte. Stattdessen verfärbte sich das Wasser zunehmend weiter. Dieses Ergebnis zeigte sich auch bei einer weiteren Begutachtung am 16. Oktober, bei der neben der rotbraunen Färbung auch ein unangenehmer Geruch wahrgenommen wurde. Eine unter Zeugen entnommene Probe wurde am Folgetag den Berliner Wasserbetrieben zur Analyse übergeben.

Schwermetall-Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten

Am 16.10.2017 fand eine erneute Wasserbegutachtung durch Mitarbeiter des Personalrates im Haus 32 statt. Im Ergebnis war das Wasser erneut trübe, rotbraun und im Geruch unangenehm. Am 16.10.2017 wurde diese Wasserprobe unter Zeugen im Haus 32, 3. Etage, entnommen und am 17.10.2017 bei den Berliner Wasserbetrieben zur Analyse übergeben. Zur Vollständigkeit wurden einen Tag später auch die Sanitärtrakte im haus 33 kontrolliert, mit gleichem Ergebnis. Mit der Dienstpost erhielt der zuständige Personalrat nun das Wassergutachten der Berliner Wasserbetriebe. Diesem folgend entspricht das entnommene Trinkwasser nicht den Vorschriften der Trinkwasserverordnung. Bei den im Auftrag aufgenommen Schwermetallen Blei (46fach), Eisen (195fach) und Mangan (6,8fach) wurden deutliche Überschreitungen analysiert, auch für Arsen, Nickel sowie Kupfer lagen die Messwerte weit über dem Grenzwert.

Schwerwiegende Untauglichkeit auf oberster Ebene

Eine Fachkraft erklärte die Messergebnisse mit der Verunreinigung in einem Rohrverbund der Häuser 31, 32 und 33, die über eine Ringleitung vernetzt sind. Das veraltete Rohrsystem sei umgehend auszutauschen. Bis dahin rät der Personalrat den Kolleginnen und Kollegen davon ab, das Wasser zu verzehren. „Dieser Schritt des Personalrats war dringend nötig, weil die Behördenleitung bisher alle Personalvertretungen nach Trinkwasseruntersuchungen über detaillierte Ergebnisse im Unklaren gelassen hat, aber stets meinte, alles sei unbedenklich. Sie steht in der Pflicht, die Gutachten transparent zu machen. Wenn tiefbraunes Wasser aus einem Berliner Wasserhahn kommt, braucht niemand etwas von Unbedenklichkeit erzählen und unsere Kolleginnen und Kollegen für doof verkaufen zu wollen. Hier wird die Fürsorgepflicht mit Füßen getreten. Die Ergebnisse sind deutlich und sie werden auf vielen Dienststellen ähnlich sein. Wenn man jetzt nicht unverzüglich Maßnahmen ergreift, brauchen wir nicht mehr über Probleme bei der Ausbildung debattieren, denn dann offenbart sich eine schwerwiegende Untauglichkeit auf oberste Ebene“, sagt Stephan Kelm, Vorstandsmitglied der GdP Berlin am Mittwochmorgen.